Pinterest – Von Marketingwundern und Copyright

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pinterestMenschen zeigen gerne das, was ihnen gefällt. Dahingehend ist es nicht verwunderlich, dass das noch vergleichsweise junge soziale Netzwerk Pinterest sich inzwischen großer Beliebtheit erfreut und das vor allem bei Frauen, die einen Großteil der Nutzer/innen ausmachen. Bei Pinterest geht es nämlich nur um eines: Das Posten von Bildern, die man zuvor in thematischen “Boards” anordnet. Die Kategorien, die man am häufigsten bisher findet, sind Einrichtung, Garten, Nahrungsmittel und Kleidung sowie Humoriges.
Studien zum Verhalten von Männern und Frauen in Social Media haben gezeigt, dass Frauen auch dort eher Selbstdarstellung dadurch betreiben, dass sie Dinge, die sie mögen und schätzen, zeigen. Männer tendieren dazu sich eher am Vergleich mit anderen zu messen, also zum Beispiel wer das schnellere Auto hat.

Marketingtechnisch bietet Pinterest, da der ursprüngliche Ort des Bildes angezeigt wird, viele Möglichkeiten den Traffic der eigenen Seite immens zu erhöhen. Alles, was es dazu braucht, sind ansprechende Bilder der Produkte, die man pushen möchte. Treffen diese den Geschmack von manchen Pinterestnutzern, indem man sie im Internet gut platziert, dann verteilt sich das Bild schnell und wird viral. Dank Pinterest kommt dann eine Menge Traffic auf den eigenen Seiten an. Natürlich vorausgesetzt, dass man mit seinem Produkt den Geschmack der Nutzer trifft. Dann aber ist Pinterest ein ideales Tool, um Produkte zu vermarkten. Auf diese Art und Weise bekommt man Werbung ohne dass man kostenintensive SEM Strategien mit Ads und ähnlichem planen muss. Aber natürlich ersetzt Pinterest keine gut durchdachte SEM Strategie.

Bei zwei Sachen hat Pinterest aber durchaus mit heftiger Kritik zu kämpfen. Der erste Punkt hat mit den Links der Seite zu tun. Zuerst waren SEO Spezialisten begeistert, weil alle dort platzierten Verlinkungen auf der Seite das DoFollow Attribut hatten, aber dann stellte man fest, dass auf Pinterest von den Betreibern der Seite diese teils umgeleitet wurden, um über Affiliateprogramme mit den Links Geld zu machen. Andere Verlinkungen wiederum erhielten auf einmal das NoFollow Attribut. Für einen organischen Linkaufbau ist natürlich ein Backlinkkatalog mit gelegentlichen NoFollow Links auch nützlich, aber das plötzliche und unerklärliche Wechseln der Attribute irritierte viele.

Das andere Problem stellt sich eigentlich schon durch Beobachtung dar. Kann man einfach Bilder auf Pinterest posten, an denen man die Rechte eigentlich nicht hält? Wie auch bei Facebook stellten manche schnell fest, dass Pinterest ebenfalls das Copyright an Bildern durch seine AGBs an sich nimmt – wenn ein Nutzer etwas pinnt – und sich damit die weitere Nutzung sichert. Natürlich sind die meisten auf Pinterest verlinkten Bilder nicht im Besitz der User, aber das ist im Internet nichts neues. Was das aber für Folgen haben kann gerade in den Ländern, die das Recht an Bildern hoch halten, ist bisher nicht absehbar. Ganz zu schweigen davon, dass man als Nutzer rein theoretisch behauptet, dass man das Recht an allen gepinnten Bildern besitzt. Hier wird von der Seite noch mit einer Erklärung gerechnet.

Trotz der allgemeinen Kritikpunkte an dem sozialen Netzwerk der Bilder ist offensichtlich, welche positiven Effekte dieses auf Marketing und SEO haben kann und sollte dementsprechend genutzt werden. Verteilt sich ein Bild durch Pinterest und wird von vielen Usern durch “repinnen” geteilt, dann folgt man damit dem ursprünglichen Prinzip der Seite und muss sich nicht wie oft als SEO oder Werbemensch Manipulation vorwerfen lassen. Sanfte Werbung ist auf eine gewisse Weise die Philosophie von Pinterest.

Johannes Heim ist fasziniert von Social Media. Er arbeitet für die Projektplattform twago im Online-Marketing.

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